Dissertation als Open Access veröffentlichen: FAQ (2019)

Dissertation als Open Access veroeffentlichen

Auch Dissertationen können als Open-Access-Publikation veröffentlicht werden. Wie, erfahrt ihr hier.

Was bedeutet »Dissertation als Open Access veröffentlichen«?

Bei der Veröffentlichung als Open-Access-Publikation wird die Dissertation online elektronisch als E-Book veröffentlicht. Sie ist frei zugänglich und kann kostenlos gelesen werden. Open-Access-Dissertationen (selten auch: elektronische Dissertationen) können auf dem Uni-Server, in Universitätsverlagen, in Fachverlagen und auf anderen Plattformen publiziert werden.

Info »Open Access«

Was ist Open Access (OA)?

Die Open-Access-Bewegung möchte der Öffentlichkeit wissenschaftliche Literatur frei zugänglich zur Verfügung stellen. Das Hauptargument ist eine freie und weite Verbreitung von Forschungsergebnissen und damit von Wissen allgemein.

Dabei werden die wissenschaftlichen Publikationen kostenfrei im Internet veröffentlicht. Dieses elektronische Publizieren ermöglicht eine barrierefreie Nutzung der Forschungsergebnisse: Sie dürfen kostenfrei gelesen, heruntergeladen, verbreitet, kopiert, ausgedruckt und durchsucht werden.

Wie veröffentliche ich meine Diss als Open-Access-Publikation?

Wie bei anderen Open-Access-Publikationen gibt es auch bei Dissertationen vier Veröffentlichungswege:

  • der goldene Weg
  • der grüne Weg
  • der graue Weg und
  • hybrides Publizieren

Der goldene Weg

Mit dem goldenen Weg ist gemeint, dass die Primär-Veröffentlichung (also die Erstpublikation) der Dissertation in einem Open-Access-Medium erfolgt: Dies sind meist Verlage, die eine Open-Access-Publikation (inkl. ISBN) anbieten; hier erhalten Dissertationen i.d.R. die höchste Aufmerksamkeit.

Der grüne Weg

Der grüne Weg bezeichnet die Parallelveröffentlichung der gedruckten Dissertation als Open-Access-Version. Dabei wird sie als elektronische Version (PDF) auf Dokumentenservern von Universitäten, anderen Repositorien oder auf der Homepage des Doktoranden veröffentlicht (Selbstarchivierung). Eine damit verwandte Möglichkeit ist das hybride Publizieren.

Hinweis: Ob nach der Veröffentlichung in einem Verlag der grüne Weg möglich ist, entscheiden die getroffenen Vereinbarungen. Manche Verlage erlauben eine Parallelveröffentlichung nach der Publikation, wenn eine gewissen Zeit vergangen ist. Die SHERPA/RoMEO-Liste gibt darüber Auskunft, wie Verlage das handhaben.

Der graue Weg

Mit dem grauen Weg werden Dissertationen bezeichnet, die zwar über das Internet frei zugänglich sind, allerdings keine ISBN besitzen. Damit sind sie über den Buchhandel nicht auffindbar. Ein Beispiel ist die Publikation auf dem Uni-Server ohne ISBN (nicht zu verwechseln mit einem Universitätsverlag).

Hybrides Publizieren

Einige Verlage bieten das hybride Publizieren an. Bei diesem Weg wird die Dissertation als kostenfreie elektronische Open-Access-Publikation und gleichzeitig als kostenpflichtiges Buch angeboten. Diese Variante hat den Vorteil, dass die Dissertation im Internet frei zugänglich durchsucht werden kann und eine größere Aufmerksamkeit erfährt; zudem ist das Buch bestellbar.

Darf ich meine Dissertation als Open Access veröffentlichen?

Vor der Veröffentlichung solltet ihr in der Promotionsordnung nachsehen, ob eine Open-Access-Publikation der Dissertation möglich ist und über welchen Weg (vgl. oben). Auskunft gibt meist das Dekanat.

Warum sollte ich meine Dissertation Open Access veröffentlichen?

Der größte Vorteil einer Open-Access-Publikation ist, dass die Dissertation schnell und unkompliziert rezipiert werden kann. Fachthemen sind so leichter zugänglich, da Suchmaschinen den vollständigen Text der Dissertation indizieren können.

Was sind die Vorteile einer Open-Access-Dissertation?

Die Veröffentlichung als Open-Access-Dissertation hat folgende Vorteile:

  • weltweiter kostenfreier Zugriff für andere Wissenschaftler
  • schnelle Diskussion von Forschungsergebnissen (Anregen des öffentlichen Diskurses)
  • leichte Zitierbarkeit
  • bessere interdisziplinäre Wahrnehmung der Forschungsergebnisse
  • bessere Suchmaschinen-Ergebnisse
  • meist schnelle Publikation der Diss

Was sind die Nachteile einer Open-Access-Dissertation?

  • kein Kostenvorteil gegenüber traditioneller Veröffentlichung: Buchpublikationen sind bei einigen Verlagen auch kostenfrei
  • Kosten können anfallen (wie bei einer Buchveröffentlichung)
  • unansehnlich, falls kein professionelles Layout erstellt wird

Für Dissertationen, die bereits auf dem Uni-Server oder anderweitig veröffentlicht wurden, ist i.d.R. keine Buchpublikation bei Verlagen mehr möglich. Eine Lösung ist ein von Anfang an hybrides Publizieren.

Ist »Open Access publizieren« in meiner Fachrichtung üblich?

Wenn Open-Access-Publikationen in der eigenen Fachrichtung üblich sind, ist es eine gute Idee, auch die Dissertation so zu veröffentlichen. Die eigenen Forschungsergebnisse werden so schneller diskutiert.

Wie viel kostet eine Veröffentlichung der Dissertation als Open Access?

Die Spanne bei Open-Access-Publikationskosten reicht von kostenfreien bis 5-stelligen Beträgen. Ein kostenloses Publizieren ist i.d.R. über den Uni-Server oder andere Repositorien möglich. Möchte man den goldenen Weg oder ein hybrides Publizieren fallen meist 3- bis 5-stellige Kosten an.

Beispiel: Schätzen der Kosten anhand von Open-Access-Publikationen

Einen Anhaltspunkt für die Veröffentlichungskosten als eine Open-Access-Dissertation bieten Publikationsgebühren bei Open-Access-Zeitschriften.

Beispiele: Die Max-Planck-Gesellschaft zahlte für 2856 Artikel 3.661.120 €; das sind durchschnittlich 1282 € pro Artikel (min. 69 €, max. 7418 €). Die Uni Göttingen finanzierte 650 Artikel mit 883.918 €; das sind durchschnittlich 1.360 € pro Artikel (min. 180 €, max. 4.694 €).1

Wie wird eine Open-Access-Dissertation finanziert?

Universitäten und deren Bibliotheken sowie andere Institutionen vergeben Publikationskostenzuschüsse für eine Open-Access-Dissertation. Außerdem unterstützen Stiftungen, die einen klassischen Druckkostenzuschuss vergeben, möglicherweise auch Open-Access-Publikationen.

Beispielsweise unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die frei zugängliche Veröffentlichung von Dissertationen und anderen wissenschaftlichen Arbeiten; das DFG Förderprogramm »Open Access Publizieren« hingegen Beiträge in Open-Access-Zeitschriften.

Unverbindliche Publikationsanfrage

Du möchtest deine Diss als Open Access publizieren? Hier kannst du uns eine unverbindliche Publikationsanfrage stellen.

Fußnoten

[1]Tabelle mit Zahlen:
Najko Jahn und Marco Tullney (2016): »A study of institutional spending on open access publication fees in Germany«.

Kommentare: Druckkostenzuschuss Dissertation

Was sind eure Erfahrungen mit der Veröffentlichung der Dissertation als Open Access? Einfach einen Kommentar schreiben! Auch freue ich mich über Anmerkungen, Lob & Kritik.

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