Druckkostenzuschuss für Dissertationen: FAQ mit Stipendienliste (2019)

Druckkostenzuschuss Dissertation

Was ist ein Druckkostenzuschuss für Dissertationen?

Die Veröffentlichung der Dissertation in einem wissenschaftlichen Fachverlag ist in der Regel mit einer Beteiligung an den Publikationskosten verbunden, die vom Autoren bezahlt werden muss. Dieser »Druckkostenzuschuss« wird von den Verlagen erhoben, da es sich bei einer Dissertation um ein Fachthema handelt und die Kosten der Publikation nicht durch die Verkäufe von Büchern bzw. E-Books finanziert werden können (vgl. Schönstedt/Breyer-Mayländer 2010, S. 62).

Mehrere Institutionen in Deutschland finanzieren unter bestimmten Voraussetzungen den Druckkostenzuschuss (vgl. Stipendienliste weiter unten).

Wie hoch ist der Druckkostenzuschuss?

Die Höhe des Druckkostenzuschusses hängt von den kalkulierten Kosten des Verlags ab. Diese ergeben sich aus dem Umfang der Dissertation und den sonstigen Verlagskosten. Der Umfang sollte immer in Druckseiten des fertigen Buchs angegeben werden (mit ausgewiesener Zeichenanzahl inkl. Leerzeichen pro Seite).

Was muss beim Druckkostenzuschuss beachtet werden?

Der Druckkostenzuschuss ist aus Sicht des Verlags ein Zuschuss zu den Herstell- bzw. Druckkosten. Damit sind die kompletten Produktionskosten für Layout (Grafikdesign), Material, Druck oder Buchbindung aber nicht gedeckt. Auch die Vertriebskosten (Barcode, ISBN-Vergabe, Eintrag in das Verzeichnis lieferbarer Bücher, VLB, Bereitstellung in den zentralen online Plattformen, usw.) und die Verlagsgemeinkosten (Büromiete, Werbungskosten, Gehälter) werden nicht vollständig bezahlt: Der Druckkostenzuschuss sollte tatsächlich ein Zuschuss sein.

Da die Verlage unterschiedlich kalkulieren, sollte man darauf achten, was man für den Druckkostenzuschuss bekommt: Sind ein Lektorat, das Setzten des Buchs (Layout) und ein niedriger Ladenpreis enthalten? Oder geht der Verlag davon aus, dass die Doktoranden eine fertige Druckvorlage abgeben (gelayoutetes PDF mit korrektem Farbprofil)?

Wie finanziere ich den Druckkostenzuschuss?

Da die Öffentlichkeit ein Interesse an der Verbreitung von exzellentem Fachwissen hat, gibt es mehrere Institutionen und Stiftungen, die Druckkostenzuschüsse gewähren. Zuschüsse können beispielsweise beim Förderfond der VG-Wort (nicht zu verwechseln mit dem Obolus der VG-Wort nach der Publikation) oder bei Stiftungen des deutschen Stifterverbandes beantragt werden.

Eine detaillierte Auflistung findet ihr am Ende des Beitrags.

Außerdem kann bei Interessengruppen angefragt werden, ob diese die Publikation finanzieren. Das können Vereine, Organisationen (NGOs), Unternehmen oder Privatpersonen sein, die ein Interesse am Promotionsthema haben.

Wie hängen Druckkostenzuschuss und Autorenhonorar zusammen?

Bei Dissertationen kann ein vorausbezahltes Autorenhonorar kaum berücksichtigt werden, wenn die Veröffentlichung von einen Druckkostenzuschuss abhängt. Dagegen ist meist ein geringes Erfolgshonorar im Autorenvertrag festgelegt. Es entsteht pro verkauftem Buch und liegt branchenüblich bei ca. 5 % des Netto-Ladenpreises (Schönstedt/Breyer-Mayländer 2010, S. 176). Es kann im Autorenvertrag festgelegt sein, dass ein Autorenhonorar z. B. erst ab dem 101. Buchverkauf oder ab der 2. Auflage bezahlt wird.

Veröffentlichen ohne Druckkostenzuschuss?

Eine Publikation der Dissertation ohne Druckkostenzuschuss ist in zwei Fällen möglich:

  1. Der unwahrscheinliche Fall, dass das Dissertationsthema eine breite Leserschaft hat; also, dass der Verlag davon ausgehen kann, pro Jahr über 500 Exemplare verkaufen zu können. Wer solch eine Doktorarbeit geschrieben hat, der kann sowohl fachlich als auch in Bezug auf den Druckkostenzuschuss glücklich sein! 🙂
  2. Ein scheinbar kostenloses Veröffentlichen: Dabei gehen Verlage davon aus, dass der Doktorand einige Exemplare selbst kaufen wird, weil er z. B. Pflichtexemplare für die Universität braucht. Mehr dazu in meinem Beitrag »Dissertation kostenlos veröffentlichen: Angebote, Fallen & FAQ«.

Wo kann ich eine Finanzierung des Druckkostenzuschusses beantragen?

Ein Druckkostenzuschuss für die Dissertation kann bei Universitäten, Stiftungen, anderen Institutionen und Interessengruppen (Vereinen, Organisationen, NGOs, Unternehmen oder Privatpersonen) beantragt werden.

Außerdem gibt es viele Fördertopfe für eine Veröffentlichung der Dissertation als Open-Access-Publikation.

Was muss bei der Beantragung beachtet werden?

Die Beantragung eines Druckkostenzuschusses sollte so früh wie möglich erfolgen. Manchen Stiftungen haben Abgabetermine für eine Förderrunde, andere entscheiden nach Eingang des Antrags. Falls man nur einen Teil des Druckkostenzuschusses von einer Institution finanziert bekommt, kann man sich für den Restbetrag an eine weitere wenden.

Druckkostenbeihilfen direkt durch die Universitäten

Viele Universitäten bieten einen Druckkostenzuschuss an. Die Voraussetzung ist meist, dass die höchste, oder zweithöchste Note bei der Promotion erreicht wurde: am besten beim jeweiligen Prüfungsamt nachfragen.

Publikationsförderung durch Forschungsprojekte

Forschungsprojekte unterstützen Publikationen ihrer Wissenschaftlichen Mitarbeiter; möglicherweise auch eine Dissertation die das spezielle Thema des Foschungsprojekts behandelt (unabhängig davon, ob der Promovent Mitarbeiter ist oder nicht).

Publikationsfinanzierung durch Interessengruppen

Nicht zu vergessen sind die Interessengruppen: Für sie kann es von Bedeutung sein, dass eine Dissertation veröffentlicht wird. Am besten ihr recherchiert allgemein zu eurem Thema: möglicherweise findet ihr Vereine, Unternehmen oder Mäzene, die euch unterstützen.

VG-Wort Förderfond

Der Förderfond »Wissenschaft« der VG-Wort (Verwertungsgesellschaft Wort) unterstützt wissenschaftliche Werke (also auch Dissertationen), die ohne Druckkostenzuschuss nicht erscheinen würden: Förderfond der VG-Wort und Merkblatt (PDF).

Stipendienliste: Druckkostenzuschüsse von Stiftungen und anderen Institutionen

Mehrere deutsche Stiftungen und Institutionen gewähren Druckkostenbeihilfen.

Literatur zum Thema Druckkostenzuschuss

  • E. Schönstedt/T. Breyer-Mayländer (2010): Der Buchverlag, Stuttgart.

Kommentare: Druckkostenzuschuss Dissertation

Kennt ihr weitere Stipendien für den Druckkostenzuschuss? Einfach einen Kommentar schreiben! Auch freue ich mich über Anmerkungen, Lob & Kritik.

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